Tipps für Langstreckenflüge

Zur Vermeidung einer Reisethrombose sollte während des Fluges auf ausreichend Bewegung geachtet werden, z. B. durch regelmäßiges Umhergehen oder Sitzgymnastik. Menschen mit erhöhtem Thrombose-Risiko sollten Kompressionsstrümpfe tragen, zusätzlich könnten vorsorglich niedermolekulare Heparine gespritzt werden. Für Raucher ist es empfehlenswert, Nikotinpflaster oder  -kaugummis mitzuführen und im Bedarfsfall anzuwenden. Auch im Sommer empfiehlt es sich, einen Pullover oder eine Strickjacke im Handgepäck zu haben, da es im Flugzeug recht kühl sein kann. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr während des gesamten Fluges ist zu achten, wobei auf diuretisch wirkende Getränke wie Kaffee oder Cola verzichtet werden sollte. Gegen eventuellen Druck auf den Ohren hilft das Kauen von Kaugummi. Bei trockener Luft im Flugzeug können Augentropfen oder Nasenspray eingesetzt werden, um eine Austrocknung der Schleimhäute zu verhindern.

Israel-Reisende brauchen Polio-Schutz

In Israel wurden Polioviren in Abwasser und bei asymptomatischen Virusträgern gefunden. Wegen des Infektionsrisikos sollten Reisende Impfschutz haben.

Vor Aufenthalten in Israel, im Westjordanland oder im Gazastreifen sollten Reisende ihren Impfschutz überprüfen. Liegt die Polio-Impfung mehr als zehn Jahre zurück, sollte sie aufgefrischt werden, rät das CRM Centrum für Reisemedizin in einer Mitteilung.

Erreger im Abwasser gefunden

Poliowildviren des Serotyps 1 wurden im April 2013 zuerst in der Stadt Rahat im Abwasser gefunden. Inzwischen konnten die Erreger anhand von 91 Abwasserproben an 27 verschiedenen Stellen in Israel nachgewiesen werden, darunter Mitte September auch in Jerusalem.

Daraufhin veranlassten die Behörden in den betroffenen Gebieten die Untersuchung von Stuhlproben von Kindern und Erwachsenen.

Dabei wurden 42 sogenannte asymptomatische Virusträger identifiziert, also Menschen, die den Erreger in sich tragen, aber aufgrund ihrer Immunität nicht an Kinderlähmung erkranken.

Bei vier Menschen im Süden besteht darüber hinaus der Verdacht, dass sie sich mit Polio angesteckt haben könnten. Die israelischen Behörden haben bereits im August damit begonnen, nicht geimpfte Kinder gegen Polio zu immunisieren. Eine ähnliche Maßnahme ist für die palästinensischen Gebiete geplant.

"Bei etwa einem Prozent der Infizierten entwickelt sich eine paralytische Poliomyelitis", erklärt Privatdozent Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM. "Eine Impfung bietet zuverlässigen Schutz."

Inkubationszeit von bis zu 35 Tagen

Die Ansteckung mit Polioerregern erfolgt meist über kontaminierte Lebensmittel, selten auch über Tröpfchen.

Nach einer Inkubationszeit von drei bis 35 Tagen kommt es zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen, da sich das Virus zunächst im Darm vermehrt.

Gelangt es ins ZNS, kann sich eine paralytische Poliomyelitis entwickeln. Hauptsymptome sind neben starken Rücken- und Muskelschmerzen Lähmungserscheinungen. Dabei kann auch das Zwerchfell betroffen sein - mit der Gefahr eines Atemstillstands.

Das Risiko für schwere Erkrankungen steigt mit dem Alter. Endemisch kommt die Krankheit nach WHO-Angaben heute nur noch in drei Ländern vor: Nigeria, Afghanistan und Pakistan. Einzelne Fälle treten aber immer wieder auf, vor allem in asiatischen und afrikanischen Staaten. (Ärzte Zeitung online, 02.10.2013)

Malarone®  jetzt länger erlaubt

Die Wirkstoffkombination Atovaquon/Proguanil (Malarone®) ist jetzt auch für eine Aufenthaltsdauer von mehr als 28 Tagen zugelassen, teilt das Unternehmen GlaxoSmithKline mit.

Das gelte etwa bei Bundeswehr-Einsätzen, beruflichen Auslandsaufenthalten oder Weltreisen. Die Einnahme erfolgt einmal täglich, beginnend 1 bis 2 Tage vor dem Aufenthalt, während des Aufenthalts (jetzt zeitlich unbegrenzt) und 7 Tage nach dem Aufenthalt in Malaria-Gebieten. Das Präparat ist indiziert zur Prophylaxe der Malaria tropica sowie zur Behandlung der akuten, unkomplizierten Malaria tropica. Es ist sowohl gegenüber Blut-Schizonten als auch hepatischen Schizonten von Plasmodium falciparum wirksam und zeichnet sich durch eine hohe Sicherheit der Prophylaxe bei besserer Verträglichkeit im Vergleich zu Chloroquin und Proguanil oder Mefloquin aus. Zugelassen wurde es im Juni 1997.(Ärzte Zeitung, 11.10.2012) 

Malarone® gibt es jetzt auch als Generika.

Was muss ich aktuell bei Reisen in die USA beachten?

Momentan werden aus den gesamten USA vermehrt Infektionen mit dem West Nile-Virus gemeldet. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Texas, in dem etwa die Hälfte der bisherigen Fälle auftrat. In Folge der Virusinfektion kann es zu einer viralen Meningitis oder Enzephalitis kommen. Erste Symptome hierfür sind Fieber und starke Kopfschmerzen, teilweise gepaart mit einer Licht- oder Geräuschüberempfindlichkeit. Das Virus wird vor allem durch Mücken übertragen, die sich in stehenden Gewässern rasch vermehren. In vielen Bezirken von Dallas, Texas werden aktuell Insektizide zur Bekämpfung der Moskitos versprüht. Der Bevölkerung wird empfohlen sich während dieser Maßnahmen in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Weiterhin wird zu einer sehr gründlichen Expositionsprohpylaxe einschließlich der Anwendung von Repellentien geraten. Zur Abwehr von Mücken eignet sich besonders DEET (Diethyltoluamid) in einer Konzentration von mindestens 30%. Einen Impfstoff gegen die Folgen einer West Nile-Virus-Infektion gibt es bisher nicht. (CRM 36/2012 vom 05.09.20)

In Estland ist Schutz vor Hepatitis A ratsam

In Estland ist Schutz vor Hepatitis A ratsamIm Süden von Estland wird seit Ende August ein sprunghafter Anstieg von Hepatitis A registriert, berichtet das CRM Centrum für Reisemedizin. Bis Anfang Oktober sind dort nach dem Bericht 59 neue Fälle aufgetreten, landesweit gibt es dieses Jahr 80 Erkrankungen. Zum Vergleich: 2010 wurden nur sechs und 2009 nur 19 Fälle gemeldet. Die Quelle des Ausbruchs konnte noch nicht festgestellt werden, vermutlich werden die Viren vor allem durch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung verbreitet. Reisende nach Estland sollten auf einen ausreichenden Impfschutz gegen Hepatitis A achten, so das CRM. (ÄZ online 25.10.2011)

West-Nil-Fieber in Griechenland 

 In Griechenland sind seit Anfang August 24 Menschen an West-Nil-Fieber gestorben. Weitere 181 Menschen erkrankten, teilte am Freitag das griechische Gesundheitsministerium mit. Alle Fälle wurden in Nordgriechenland diagnostiziert. Die Zahl der Infizierten könnte bei weitem größer sein. Die meisten Infizierten weisen gar keine oder harmlose Symptome auf. Die Symptome seien zunächst Kopf- und Gliederschmerzen, die aber in wenigen Tagen wieder enden, so das Ministerium. Die Gesundheitsbehörden rechneten mit einem Ende der Erkrankungen erst gegen Mitte Oktober. (ÄZ online 19.09.2010)

Ciguatera: Vorsicht bei Fisch auf den Philippinen

Auf der philippinischen Insel Panay sind 22 Personen an Ciguatera erkrankt, meldet das CRM Centrum für Reisemedizin (www.crm.de). Reisende sollten dort zurzeit auf den Verzehr von Fischsorten wie Barrakudas, Muränen oder Makrelen verzichten. Außer Brechdurchfall sind neurologische Symptome wie Kribbeln an Lippen sowie Lähmungen, Koordinationsprobleme, Muskel- und Kopfweh möglich. Typisch ist monatelange Umkehr von Kalt- und Warmempfinden. (ÄZ 30.06.2010)

Wurmlarven trüben Badespaß

Bei Wassertemperaturen über 20 Grad steigt die Gefahr einer Badedermatitis Diese tritt meist im Frühsommer auf, wenn Zerkarien in stehenden Gewässern ausschwärmen. Bei sensibilisierten Menschen können die Tiere quälenden Juckreiz auslösen.

Menschen sind eigentlich Fehlwirte für die Zerkarien genannten Saugwurmlarven, die richtigen Endwirte sind Wasservögel, vor allem Enten. Bohren sich die Parasiten in die menschliche Haut, sterben sie dort. Bei Erstbefall kommt es nur zu kleinen Quaddeln und leichtem Jucken. Doch bei wiederholter Infektion tritt bei sensibilisierten Menschen die Bade- oder Zerkariendermatitis auf, deren Hauptsymptom ein quälender Juckreiz ist. Indiziert sind dann Juckreiz-stillende Gele oder Lotionen, Lokalsteroide und systemische Antihistaminika.

Wichtig ist, diesen Patienten bestimmte Verhaltensregeln ans Herz zu legen. In Mitteleuropa kann es Zerkarien in Seen, Gartenteichen, Schwimmbecken und auch Aquarien geben. Sie schwärmen ab Wassertemperaturen über 20 Grad. Dann sollte man beim Baden die Uferzonen meiden. Denn hier sind Wasserschnecken, die als Zwischenwirt für die Parasiten dienen. Wenn möglich, sollte vom Steg aus gebadet werden. Nach dem Schwimmen sollte die nasse Badekleidung schnell abgelegt, der Körper rasch geduscht und kräftig abgerieben werden. Das kann immerhin die Zahl der eindringenden Zerkarien verringern. (ÄZonline 30.06.09)

Hepatitis-B-Schutz für Indien ratsam

Reisende nach Indien sollten gegen Hepatitis B geimpft sein, rät das CRM Centrum für Reisemedizin. Im Bundesstaat Gujarat, im Westen des Landes, seien seit Ende Februar über 70 Menschen an Hepatitis B gestorben und weitere 240 erkrankt.

Die Infektionen wurden durch Ärzte verursacht, die ihre Patienten mit gebrauchten Kanülen und Spritzen behandelt hatten. "Das CRM rät zudem, in der Reiseapotheke für Notfälle sterile Einmalspritzen und -kanülen mitzuführen.. (ÄZ 20.03.09)

Dengue-Fieber in Dominikanische Republik und Kambodscha - und Australien

Ende November sei ein deutlicher Anstieg der Neuerkrankungen gemeldet worden, so das CRM weiter. Ursache sei die mit den Sommerregenfällen verbundene starke Vermehrung der Dengue-übertragenden Mücken. Diese Regenfälle dauerten bis in den November. Als Schutz vor der Erkrankung weist das CRM auf die Notwendigkeit des Mückenschutzes hin. Dengue-übertragende Mücken sind auch tagsüber aktiv.

Auch nach dem Ende der Regenzeit würden aus Kambodscha weiterhin Dengue-Erkrankungen gemeldet. Im Kinderkrankenhaus der Hauptstadt Phnom Penh wurde Dengue bei mehr als 20 Kindern pro Tag diagnostiziert. Insgesamt sei die Dengue-Saison mit landesweit etwa 8500 registrierten Erkrankungen jedoch deutlich milder als im Vorjahr verlaufen.

In Australien im Bundesstaat Queensland habe es in Cairns zwei Erkrankungen an Dengue-Fieber gegeben, bei fünf weiteren Menschen bestünde die Verdachtsdiagnose. Zuletzt habe es 2004 einen Dengue-Ausbruch in Cairns gegeben. (Ärzte Zeitung online, 22.12.2008)

Mückenschutz jetzt wichtig in Südeuropa

Ärzte sollten alten oder immungeschwächten Patienten, die nach Italien oder Rumänien reisen, einen guten Mückenschutz jetzt besonders nahe legen. Darauf verweist das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf.

Der Grund: In beiden Ländern wurde das West-Nil-Virus nachgewiesen. In Italien trat es bei Pferden und Vögeln in Ferrara (Emilia Romagna) auf. Menschen sind dort bislang noch nicht erkrankt. Aus Rumänien wird dagegen bereits ein Krankheitsfall gemeldet.

West-Nil-Fieber beginnt meist abrupt und verläuft in der Regel selbst-limitierend mit Fieber, Kopfschmerzen und Myalgien. Gefürchtet sind jedoch neuroinvasive Verläufe, die bei einem von 1000 Infizierten zum Tod führen.

Überträger der Erkrankung ist die Tigermücke (Aedes albopictus). Am besten schützt man sich vor ihr tags und nachts durch lange Kleidung und ein Repellent, das alle zwei bis drei Stunden aufgetragen werden sollte.(ÄZ 21.10.08)

Reise nach Prag? Gegen Hepatitis A impfen!

Reisende nach Prag und Umgebung sollten gegen Hepatitis A geimpft werden, empfiehlt das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Anlass sind auffällig viele Hepatitis-A-Erkrankungen in der Region. Bis zum 20. September 2008 meldeten die tschechischen Gesundheitsbehörden etwa 400 Erkrankte, darunter 138 Schulkinder. Die Impfung biete einen sicheren Schutz vor einer Ansteckung und könne auch noch kurzfristig vor der Abreise gegeben werden, teilt das CRM mit. (ÄZ 23.09.08)

Nach Genuss von Rohmilchkäse an FSME erkrankt

Im österreichischen Vorarlberg sind vier Menschen an FSME erkrankt, nachdem sie Rohmilchkäse verzehrt hatten. Dieser stammte von Ziegen, die oberhalb von 1500 Metern gehalten wurden und von Zecken infiziert worden waren. Das meldet das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf.

Die Übertragung des FSME-Virus durch infizierte Milch oder Milchprodukte kommt nur selten vor und war bisher nur aus den baltischen Staaten bekannt geworden. "Bisher galten zudem Gebiete in über 1350 Meter Höhe als zeckenfrei", so Privatdozent Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM.

In Österreich ist das FSME-Virus weit verbreitet. Die Gefahr, dort durch einen Zeckenstich infiziert zu werden, ist groß. Über 80 Prozent der Österreicher haben sich inzwischen vorsorglich impfen lassen. Dennoch erkrankten in diesem Jahr bereits 32 Menschen an der Virusinfektion, 2007 gab es 45 FSME-Erkrankungen. (Ärzte-Ztg. 02.09.08)

Impfung gegen Hepatitis A vor Reisen nach China

Mindestens 330 Menschen sind im April 2008 in der südchinesischen Stadt Guiyang an Hepatitis A erkrankt. Ursache war verunreinigtes, in Flaschen abgefülltes Mineralwasser.

"Diese Fälle machen deutlich, wie wichtig der Impfschutz gegen den Erreger der Hepatitis A für eine Reise nach China ist", sagt Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Sie gehört zu den grundsätzlichen reisemedizinischen Empfehlungen für eine Reise nach China oder in ein anderes Land Asiens - genau wie der Impfschutz gegen Tetanus und Diphtherie.

Um eine Ansteckung mit den Viren zu vermeiden, ist eine sorgfältige Hygiene im Umgang mit Nahrungsmitteln wichtig. "Doch bei den jetzt in China aufgetretenen Fällen hätte selbst ein vorbildliches hygienisches Verhalten keinen Erfolg gehabt", so Jelinek. Denn die Ansteckung erfolgte über Trinkwasser, das offensichtlich - mit Viren infiziert - in Originalflaschen abgefüllt war. Das Produkt wurde vom Markt genommen. (Ärzte Zeitung, 30.04.2008)

Warnung vor Pest im Westen der USA

Ein 37-jähriger Biologe ist offenbar an einer foudroyant verlaufenden Lungenpest gestorben, meldet das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf (CRM-Infodienst 22, 2007, 21). Der Mitarbeiter des Grand Canyon Nationalparks hatte sich krankgemeldet - drei Tage, nachdem er einen Puma seziert hatte, der an einer Infektion mit Yersinia pestis verendet war. Der Biologe ist in diesem Jahr der bereits zweite Patient, der an Pest gestorben ist. Insgesamt wurden 2007 sieben Pest-Patienten registriert; alle hatten sich in New Mexico oder Arizona infiziert. Im vergangenen Jahr waren es 17 Patienten.

Vor allem im Westen und Südwesten der USA gebe es natürliche Pestherde, so das CRM. In den vergangenen 50 Jahren haben sich etwa 400 Menschen in den USA mit den Yersinien infiziert - etwa 60 sind gestorben. Lungenpest ist in den USA aber extrem selten. Meist erkranken die Patienten an Beulenpest, gegen die effektiv mit Antibiotika behandelt werden kann.

In den USA sind meist Nagetiere sowie deren Flöhe die Überträger der Pestbakterien. Entsprechend sind die aktuellen Warnungen des Grand Canyon Nationalparks: Wer sich in Regionen aufhält, in denen wildlebende Nagetiere vorkommen, sollte Repellentien verwenden, um Flöhe abzuwehren, sich von den Nagetieren und ihren Bauten fernhalten und keine kranken oder toten Tiere anfassen. In Endemiegebieten sollten sich Reisende zudem von fremden Hauskatzen fernhalten. (ÄZ 10.12.07)

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.crm.de

Tagesaktuelle Infos zum Sonnenschutz

Zur reisemedizinischen Beratung gehören auch Tipps zum richtigen Sonnenschutz. Informationen darüber, wann, wo, bei welchem Hauttyp welcher Schutzfaktor empfohlen wird, können Patienten jetzt tagesaktuell im Internet abrufen.

Unter www.haut.de wird dazu der Urlaubsort und die Uhrzeit eingegeben und der eigene Hauttyp ausgewählt. Der kostenlose Service funktioniert nicht nur in Deutschland, es können Orte auf der ganzen Welt eingegeben werden. Gleichzeitig gibt es Tipps für den optimalen Sonnenschutz (ÄP 15.06.07)

West-Nil-Fieber in mehreren US-Staaten

Mit der warmen Jahreszeit hat in den USA die West-Nil-Fieber-Saison begonnen. Reisende, vor allem alte und geschwächte Menschen, sollten darauf achten, sich gut gegen die vorwiegend nachtaktiven Mücken zu schützen, die das Virus übertragen, so das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf.

In diesem Jahr sei das Virus bereits in den Staaten Arizona, Kalifornien und Utah nachgewiesen worden. Im Bundesstaat Mississippi wurden die drei ersten Patienten dieses Jahres gemeldet. Alle drei überlebten die neuroinvasive Variante des West-Nil-Fiebers, früher als West-Nil-Meningoenzephalitis bezeichnet. (ÄP 15.06.07)

Trichinellose als ein Mitbringsel aus Rumänien

Drei Reisende mit Fadenwürmern infiziert / Robert-Koch-Institut warnt vor Genuss rohen Fleisches in Risikoländern

Reisende in Risikogebiete sollten  dort grundsätzlich kein rohes Schweine- oder Pferdefleisch oder Produkte wie Rohwurst oder -schinken  essen, so das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Denn in den vergangenen Jahren seien vermehrt Trichinellosen vor allem aus Rumänien und Kroatien importiert worden.

Erst im Februar hatten sich drei Patienten beim Aufenthalt bei Verwandten in Rumänien nach der Hausschlachtung eines Schweins mit den Fadenwürmern infiziert (Epi Bull 21, 2007, 177). Ein bis drei Tage nach dem Genuss von nur zum Teil durchgegartem Hackfleisch traten bei den zwei Männern und einer Frau Übelkeit und Erbrechen auf - typische Symptome der intestinalen Phase von Trichinellose.

In Risikoländern rohes Fleisch zu meiden, ist der beste Schutz

Diese neuerlichen Trichinellosen nimmt das RKI zum Anlass, an die meldepflichtige Parasitose zu erinnern. Gerade in Rumänien ist die Inzidenz bei Menschen hoch, sie liegt nach RKI-Angaben bei 55 Infektionen pro 100 000 Einwohner.

Der beste Schutz ist, gar kein rohes oder halbrohes Fleisch von Haus- und Wildtieren zu essen. Eine Gefrierbehandlung des Fleischs eliminiert die Trichinellen-Larven nicht sicher. Besser ist Erhitzen durch Kochen oder Braten, dabei muss die Farbe im Kern des Fleisches grau sein.

Magen-Darm-Beschwerden mit Fieber, Muskelschmerzen und Ödemen nach Rückkehr von einer Reise in ein Risikoland sollten immer auch an eine Trichinen-Infektion denken lassen. Je früher eine Behandlung erfolgt, um so besser sind die Heilungsaussichten, denn haben sich die Larven erst im Muskelgewebe abgekapselt, sind sie nur schwer zu erreichen. 

Mehr Infos unter www.rki.de, "Trichinellose" in Schnellsuche! (ÄZ 06.06.2009)

Gefährlicher Virus grassiert in Nordamerika

BERLIN – Nicht nur in den Tropen, auch in Nordamerika sollten Touristen auf guten Mückenschutz achten. Inzwischen wurden nämlich erste Reiseinfektionen mit West-Nil-Viren gemeldet. Die verlaufen zwar meist harmlos, aber wenn das Virus das Nervensystem befällt, resultieren oft irreversible Lähmungen. Experten bezeichnen die Infektion als „neue Polio Amerikas“.

Am 5. August 1999 wurde der erste Fall einer humanen West-Nil-Virus(WNV)-Infektion in den USA registriert, und zwar im New Yorker Stadtteil Queens. Seither hat das Virus einen Siegeszug sondergleichen angetreten: Die ganzen USA (außer Alaska), halb Kanada, die Karibik und seit letztem Jahr auch Argentinien zählen zu seinem Hoheitsgebiet. „Das Virus ist in Mittel- und Südamerika angekommen“, resümierte Tino Schwarz vom Würzburger Juliusspital beim 8. Forum Reisen und Gesundheit in Berlin.

Jedes Jahr 800.000 Infektionen

Eigentlich erscheint das West-Nil-Virus als relativ freundliches Virus: 80 Prozent der Infektionen verlaufen komplett ohne Beschwerden, die übrigen 20 Prozent manifestieren sich meist als selbstlimitierende akute Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Aus den Infektionszahlen der Centers of Disease Control kann man aber hochrechnen, dass sich jährlich etwa 800.000 Menschen infizieren.
Irreversible Lähmungen durch "neue Polio".

Ein bis zwei Tage nach Fieberbeginn entwickelt jeder 100. Erkrankte neurologische Symptome: Meningitis-Zeichen, Kopfschmerzen, Verwirrung, Krampfanfälle und akute einseitige Lähmungen. Besonders gefährdet scheinen Senioren zu sein. Die Sterblichkeit bei dieser neuroinvasiven Form des West-Nil-Fiebers ist mit 10 Prozent relativ hoch, berichtete Schwarz. Die Behandlungsoptionen bekämpfen die Symptome, eine antivirale Therapie gibt es nicht.

Auch vorbeugen kann man kaum – es bleibt einzig der Mückenschutz. Derzeit sind aber immerhin zwei Impfstoffe in Entwicklung. (MT 02.05.07)

Neue Theorie zum Economy-Class-Syndrom

Forscher vermuten als Ursache neben Immobilisation weitere Mechanismen

Allein das lange Stillsitzen kann das erhöhte Risiko von Flugpassagieren für tiefe Beinvenenthrombosen nicht erklären, lässt eine Studie vermuten.

Niederländische Forscher fanden an 71 Personen heraus, dass bestimmte Chemikalien, die für die Gerinnung kennzeichnend sind, während eines achtstündigen Fluges gegenüber einem Aufenthalt im Kino erhöht waren.

Sie vermuten, dass niedriger Luftdruck und geringere Sauerstoffwerte während des Fliegens eine Rolle spielen, schreiben sie in der aktuellen Ausgabe des „Lancet“.
Das Team des Leiden University Medical Center maß Werte der Gerinnungsaktivität vor, während, und gleich nach einem langen Flug. Es verglich daneben die ermittelten Konzentrationen mit Werten während achtsstündigen Sitzens im Kino und während acht Stunden regulärer täglicher Aktivität.

Vier von zehn Teilnehmern trugen ein Gen, dass sie einem erhöhten Thromboserisiko aussetzte. Sie wiesen erhöhte Werte für die Gerinnung während des Fluges auf verglichen mit den anderen beiden Situationen. Ganz besonders traf dies Personen mit weiteren Risikofaktoren für eine Thrombose. 
(ÄP 10.03.06)  

Kompressionsstrümpfe schützen effektiv vor Thrombose im Flugzeug

Kompressionsstrümpfe senken das Risiko für eine Thrombose auf einem Langstreckenflug auf ein Zehntel. Das haben britische Wissenschaftler bei einer Auswertung von neun verschiedenen Studien zum Thema gezeigt.

Thrombosen auf Flugreisen sind auch als das so genannte Economy-Class-Syndrom bekannt. Sie entstehen durch Blutgerinnsel, die sich aufgrund von mangelhafter Durchblutung während des langen Sitzens ohne Bewegung herausbilden können. Das Syndrom beschränkt sich jedoch keineswegs auf Passagiere in den engen Sitzreihen der billigen Flugklassen. Die trockene Luft in der Kabine ist ebenso ein Risikofaktor wie die Tatsache, dass viele Passagiere an Bord nur sehr wenig trinken. Viele Thrombosen bleiben zwar unbemerkt. Die Blutgerinnsel können jedoch lebensbedrohlich werden, wenn sie beispielsweise in die feinen Blutgefäße der Lunge geschwemmt werden und dort eine so genannte Lungenembolie auslösen.

Wissenschaftler analysierten für ihre Untersuchung die Daten von mehr als 2.800 Flugpassagieren, deren Gesundheitszustand vor und nach dem Flug im Rahmen verschiedener Studien überwacht worden war. Bei insgesamt 50 Fluggästen hatten Ärzte Thrombosen festgestellt – davon jedoch nur bei drei Passagieren, die Kompressionsstrümpfe getragen hatten. Langstrecken-Passagiere können daher von den Strümpfen eine deutliche Reduzierung des Thromboserisikos erwarten. Der gleichmäßige Druck der Strümpfe verbessere den Blutfluss und verhindere die Entstehung von Blockaden. (BDW 19.04.06)

Bei Urlaub im Ausland - Einfuhrregeln für heikle Medikamente klären

Wer auch im Auslandsurlaub Medikamente braucht, die zu den Betäubungsmitteln zählen, sollte sich vorab über mögliche Einfuhrbeschränkungen informieren. Auskünfte kann die diplomatische Vertretung des Urlaubslandes in Deutschland geben. Darauf macht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn aufmerksam. Eine Reihe von Staaten fordert auch für ärztlich verschriebene Betäubungsmittel wie Morphin oder Methadon Importgenehmigungen, setzt Mengenobergrenzen fest oder verbietet das Mitführen komplett. Ist letzteres der Fall, muss der Patient klären, ob das Medikament oder ein vergleichbares Produkt am Reiseziel erhältlich ist. Maximal 30-tägige Reisen in einen Mitgliedsstaat des Schengener Abkommens sollten außerdem immer mit einer speziellen Bescheinigung angetreten werden. Diese wird vom Arzt ausgefüllt und von der Gesundheitsbehörde des Bundeslandes beglaubigt, in dem der Patient wohnt. Dem Schengener Abkommen gehören unter anderem Spanien, Italien, Griechenland, Österreich und Frankreich an. Informationen: Das Bescheinigungsformular kann im Internet unter www.bfarm.de heruntergeladen werden. (netdoktor.de 21.06.05)

In immer mehr Urlaubsregionen gibt es Risiken für FSME-Infekte

In Deutschland, Österreich und der Schweiz steigt die Zahl infizierter Personen

Eeuropaweit sind neue Risikogebiete für FSME hinzugekommen, .a in der Schweiz, die vor wenigen Jahren noch nicht zu den FSME-Endemieregionen zählte.FSME kommt dort in den nördlichen Landesteilen in Niederungen unterhalb 1000 Metern vor mit Hauptendemie-Gebieten im oberen Rheintal und in der Zentralschweiz.

Auch in Teilen Österreichs ist das FSME-Risiko weiterhin hoch. Wegen hoher Impfraten in der Bevölkerung gab es lange Zeit nur wenige Patienten. Das hat sich offenbar geändert. 2005 erkrankten 100 FSME-Infizierte, ein Großteil davon in Tirol,.

Und auch vor dem Rhein als natürliche Grenze mache die FSME nicht mehr halt. Kleinere Risikogebiete gibt es inzwischen im Elsaß und in Lothringen.

Auch aus dem Norden Europas wird zunehmend über FSME-Erkrankungen berichtet. So wurden vergangenes Jahr an der Südspitze von Norwegen, in Dänemark sowie in Mittel- und Südschweden neue Endemiegebiete entdeckt.

Rußland-Reisende brauchen Schutz gegen FSME

Im Osten Rußlands gibt es eine besonders pathogene FSME-Variante / Subtyp in Finnland und Lettland aufgetaucht

In Sibirien erkranken bis zu 40 Menschen je 100 000 Einwohner an FSME Zum Vergleich: Selbst in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg mit vielen FSME-Risikogebieten erkrankt nur etwa ein Mensch pro 100 000 Einwohner.

In Rußland gibt es zudem die Russische Frühsommer-Meningoenzephalitis (RSSE), deren Erreger von der Taigazecke Ixodes persulcatus übertragen werden  Die RSSE verläuft meist schwerer als FSME. Die bei uns üblichen FSME-Vakzinen schützen auch vor RSSE.

Mit die höchsten Zahlen an RSSE-Kranken und die schwersten Verläufe sollen in der Region Kemerowo mitten in Sibirien, an der Grenze zu China, der Mongolei und Kasachstan registriert worden sein. Bis zu 25 Prozent der Betroffenen seien Kinder. Bei jedem dritten Kind, das dort nach Zeckenstichen auf einer infektiologischen Station einer Kinderklinik lag, habe sich die FSME-Variante serologisch bestätigen lassen. Auffällig sei auch, daß sich meist mehrere Zecken bei den in Kliniken eingewiesenen Patienten festgesogen hatten. Die Krankheitsverläufe seien teilweise sehr schwer. Berichtet werde über Lähmungen, Epilepsie, chronische Verläufe und Todesfälle.

Bei einer Exkursion hatten Wissenschaftler vor Ort Zecken analysiert. Bis zu zehn Prozent der Tiere und an einigen Stellen sogar bis zu 30 Prozent seien mit den sibirischen FSME-Virusstämmen durchseucht gewesen. Sibirische FSME-Subtypen sollen auch schon im Norden Finnlands gefunden worden sein. Ebenso werde in Lettland und Weißrußland über Funde des sibirischen FSME-Subtyps berichtet. (Ärzte-Ztg. 07.03.06)

Infektionen durch Zeckenstiche breiten sich aus

Infektionen durch Zeckenstiche breiten sich wegen der zunehmenden Erwärmung des Klimas nach Norden aus. Die von Zecken übertragene Frühsommer-Hirnhautentzündung FSME sei zunehmend auch nördlich der Main-Linie festzustellen, die früher als Grenze galt, sagte der Rostocker Infektionsmediziner Prof. Emil Reisinger am Donnerstag bei einem Kongress in Hamburg. Ein erster Fall aus Mecklenburg-Vorpommern liege vor. Auch aus Südnorwegen seien Infektionen bekannt. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch Hamburg und Schleswig-Holstein betroffen seien. Grund für die Ausbreitung der Erkrankungen seien auch höhere Durchschnittstemperaturen, sagte Reisinger. Die zu den Milben zählenden Tiere könnten in wärmeren Regionen ihren Entwicklungszyklus schneller durchlaufen und sich schneller vermehren. In den deutschen Risikogebieten seien 0,1 bis 5,0 Prozent der Tiere mit FSME-Viren infiziert. Das Übertragungsrisiko beträgt zwischen 1:50 und 1:1000. Reisinger empfiehlt Menschen, die sich in Risikogebieten häufig in Wäldern aufhalten, eine Impfung. Gegen die weit verbreitete bakterielle Borreliose, die auch von Zecken übertragen wird, hilft nach Reisingers Angaben eine Antibiotikatherapie, die umso besser anschlägt, je früher die Infektion festgestellt wird. (netdoktor.de 10.05.05)

Zecken-Gefahr nicht mehr nur im Süden Deutschlands

Die Gefahr einer schweren Erkrankung durch Zeckenbisse besteht nach Ansicht von Medizinern zunehmend auch in Mittel- und Norddeutschland.

Die virusbedingte Hirnhautentzündung FSME werde künftig verstärkt auch nördlich des Mains auftreten und nicht mehr nur in den traditionellen Risikogebieten in Süddeutschland, sagte der Rostocker Infektionsforscher Emil Reisinger auf einem Kongress zu Infektionskrankheiten in Hamburg. Ein Fall in Mecklenburg-Vorpommern sei bekannt. In Deutschland erkrankten im vergangenen Jahr 274 Menschen an der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Reisinger geht allerdings davon aus, dass die Dunkelziffer zehn Mal so hoch liegt.

Durch den Temperaturanstieg in Deutschland seien die Zecken zunehmend auch im Norden aktiv, sagte Reisinger. Insofern werde auch außerhalb der Risikozonen die Gefahr einer FSME-Erkrankung steigen. Gegen die Krankheit besteht die Möglichkeit einer Impfung. Allerdings hält der Mediziner den Schutz in in Mittel- und Norddeutschland noch nicht für nötig - in den nächsten Jahren werde die Gefahr aber steigen. Wanderer und Naturfreunde im Süden Deutschlands sollten hingegen auf keinen Fall auf eine Impfung verzichten.

Von der FSME unterscheidet sich die durch Bakterien verursachte Lyme-Borreliose, die ebenfalls schwere Folgen haben kann. Um sich gegen blutdürstige Zecken zu schützen, sollten Spaziergänger in Wald, Feld und Wiese lange Kleidung und feste Schuhe tragen und sich mit einem Abwehrmittel einreiben. Hat sich eine Zecke in der Haut festgebohrt, sollte sie möglichst schnell mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenzange herausgedreht und die Bissstelle desinfiziert werden.
(MT-Online D, AFP)

Am Mittelmeer ist Mückenschutz Pflicht

Beim Urlaub am Mittelmeer sollte unbedingt auf einen ausreichenden Mückenschutz geachtet werden. Dafür eignen sich Anti-Mücken-Mittel zum Einreiben, das Bedecken der Haut oder Moskitonetze, rät die DAK in Hamburg. Damit ließen sich auch die so genannten Sandmücken abwehren, die im Mittelmeerraum heimisch sind und den Erreger der Leishmaniose übertragen können. Nach einem Stich bemerken Betroffene dabei laut DAK zunächst nur einen kleinen Punkt, der sich zu einem stark juckenden Pickel entwickelt. Im weiteren Verlauf der Krankheit komme es zu Fieberschüben, und der Erreger befalle Zellen des menschlichen Immunsystems. Dadurch würden lebenswichtige Organe geschädigt. Die DAK weist in diesem Zusammenhang darauf hin, Mückenschutzmittel zum Einreiben keinesfalls dauerhaft anzuwenden, um die Haut nicht zu sehr zu belasten. Bei Säuglingen und Kleinkindern, deren Haut empfindlicher ist, sollten sie gar nicht benutzt werden  (netdoktor.de 10.05.05) 

Hepatitis-A-Risiko am Mittelmeer

Reisenden, die Urlaub in Italien oder anderen Ländern am Mittelmeer planen, sollte die Impfung gegen das Hepatitis-A-Virus (HAV) empfohlen werden. So hätten sich zum Beispiel 2004 in Neapel über 600 Menschen meist über die Nahrung mit HAV infiziert, berichtet das Unternehmen Chiron Vaccines Behring. Geimpft werden sollte möglichst zwei Wochen vor Reiseantritt oder früher. D och sei eine Impfung auch am Abreisetag noch sinnvoll, so das Unternehmen. Der Schutz baue sich binnen 14 Tagen auf, die Inkubationszeit von Hepatitis A betrage aber zwei bis sieben Wochen. (Ärzte Zeitung, 05.04.2005)

Mumps-Impfung vor Reisen nach England Pflicht

Bundesbürger, die eine Reise nach England oder Irland planen, sollten unbedingt ihren Impfschutz gegen Mumps überprüfen. Das raten das Düsseldorfer Centrum für Reisemedizin und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.Die Warnung richtet sich vor allem an junge Deutsche. Sowohl in Irland als auch in England sind viele Schüler und Studenten in den vergangenen Wochen an Mumps erkrankt.

Laut englischer Gesundheitsbehörde waren es allein im ersten Halbjahr 2000 Patienten. Betroffen seien jene, die in einer Übergangsphase nur gegen Masern und Röteln, nicht aber gegen Mumps geimpft wurde (Ärzte Zeitung, 16.11.2004)

Hepatitis-A-Schutz auch vor Urlaub am Mittelmeer nötig

Alljährlich zieht es viele Deutsche ans Mittelmeer. Was viele nicht wissen: Auch in Ländern wie Italien, Portugal, Spanien, Griechenland und der Türkei gibt es ein erhöhtes Risiko, sich mit Hepatitis A zu infizieren. Reisemediziner raten daher auch Mittelmeer-Urlaubern zu einer Hepatitis-A-Impfung.

Erst kürzlich gab es in Neapel eine Infektionswelle. 600 Menschen hatten sich beim Verzehr von Meeresfrüchten mit Hepatitis A infiziert . Die Ursache: Muscheln filtern Meerwasser. Ist das Wasser kontaminiert, wird das Virus auch in den Meeresfrüchten angereichert.

Schutz vor Hepatitis A bietet eine vom Robert-Koch-Institut empfohlene Impfung. Zwei bis vier Wochen vor Reisebeginn wird die erste Impfung verabreicht. Um einen Langzeitschutz von zehn Jahren zu erreichen, folgt eine zweite Impfung nach sechs bis zwölf Monaten.

Selbst eine kurzfristige Impfung am Abreisetag ist noch sinnvoll. Ärzte müssen ihre Patienten in diesem Fall aber auf das erhöhte Hepatitis-A-Risiko in den nächsten zwei Wochen hinweisen(Ärzte Zeitung, 16.07.2004)

Reisende: Zu selten gegen Tollwut geimpft

Reisende lassen sich zu selten gegen Tollwut impfen: Selbst bei Reisen in Länder mit hohem Tollwut-Risiko beugt nur ein geringer Teil der Touristen vor, berichtet die in München erscheinende Zeitung «Ärztliche Praxis» (Ausgabe 11/2004). Dabei sterben pro Jahr weltweit rund 60 000 Menschen an der Krankheit, heißt es unter Berufung auf das Tropeninstitut in Berlin. Die meisten Todesfälle sind demnach in Asien zu verzeichnen, unter anderem in Indien, Thailand und China. Aber auch in Ländern wie Brasilien, Südafrika oder der Türkei sei Tollwut weit verbreitet. Eine Infektion müsse nicht unbedingt durch eine Bissverletzung erfolgen. Die Erreger können auch durch Kratzwunden übertragen werden oder durch Speichel von infizierten Tieren, der in kleine Wunden oder auf die Schleimhaut gelangt. (netdoktor.de 07.02.04)

Reise nach Südostasien geplant -
Grippe-Impfung erspart Verhaftung

Wer im Winter nach Südostasien bzw. China reist, sollte sich zuvor gegen Grippe impfen lassen. Die Influenza-Erkrankung kann einer SARS-Infektion anfangs nämlich so sehr ähneln, dass Reisende mit beginnender Grippe unter falschen Verdacht geraten könnten. Zeitraubende Kontrollmaßnahmen und ggfs. Quarantäne wären mögliche Folgen - zumal für diesen Winter in den genannten Ländern verschärfte Gesundheitskontrollen geplant sind, um ein Wiederaufflackern von SARS frühzeitig zu erkennen, heißt es in einer Pressemitteilung der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Universität München. Zu den betroffenen Reisezielen gehören unter anderem Hongkong, Taiwan, Singapur und Vietnam. (MTD, Ausgabe 45 / 2003 S.15)

Reisewarnung: Wieder Tollwut im Kanton Genf

Seit sieben Jahren gilt die Schweiz als tollwutfrei. Doch nun ist im Kanton Genf ein tollwütiger Hund aufgetaucht. Das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf rät deshalb, Reisende zu warnen: Nach verdächtigen Tierkontakten im Kanton Genf sollten sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.Der streunende Hund, bei dem Tollwut sicher nachgewiesen und der inzwischen eingeschläfert worden ist, war in Plan-les-Quates gefunden worden. Die Herkunft des Tieres habe noch nicht ermittelt werden können, so das CRM.  (Ärzte Zeitung, 05.09.2003 )

Vorsicht bei Schweiz-Reisen!

Masern grassieren im Wallis / Impfschutz mangelhaft

Die Masern-Epidemie in der Schweiz weitet sich aus. Derzeit gebe es bereits 486 Erkrankte, teilte gestern Hans-Peter Zimmermann vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit in Bern mit. Die meisten Infektionen verzeichne der Kanton Wallis. Der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät inzwischen allen deutschen Touristen, die über Pfingsten in die Schweiz fahren wollen, ihren Impfschutz zu überprüfen. Die Masern-Epidemie könne auch Süddeutschland erreichen, warnt der Verband: "Unsere Impfquoten sind leider nicht besser als die der Schweiz."(Ärzte Zeitung, 04.06.2003)  

Mückenschutz mit Hosenteilen

Wer in die Tropen fährt, sollte dort auf guten Mückenschutz achten, vor allem in Malaria-Gebieten. Zur Expositionsprophylaxe gehören aber nicht nur Repellentien für die Haut, sondern Ärzte sollten Reisenden auch empfehlen, Residual-Pyrethroide in Sprayform für die Kleidung zu benützen. Der Tropenmediziner Dr. Johannes Wantzen aus Klein-Winternheim rät Reisenden, Safarihosen mitzunehmen, bei denen man den Unterschenkel abzippen kann. Man sollte noch zuhause die unteren Hosenteile abmachen, sie auf die Wäscheleine hängen, gut einsprühen, sie in einen Gefrierbeutel oder eine andere dichte Tüte packen und jeweils abends, wenn die Anopheles-Mücken aktiv sind, an die Hosen zippen.(Ärzte Zeitung, 12.06.2003)  

Erst zur Apotheke, dann zum Strand?

Touristen und andere Reisende sollten beim Kauf von Medikamenten im Ausland Vorsicht walten lassen. Zwar sind die Medikamente in vielen fernen Ländern billiger als in Deutschland, doch manches Präparat im Ausland enthält weniger Wirkstoff oder ist anders zusammengesetzt beziehungsweise gefälscht. Darauf weist der vom Deutschen Grünen Kreuz (DGK) in Marburg herausgegebene Informationsdienst "Deutsche Gesundheits- Korrespondenz" hin.
Auch der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz (BGV) in Bonn warnt vor einem unkritischen Umgang mit Arzneimitteln im Ausland. Selbst wenn sich Art und Dosierung des Wirkstoffs nicht von hiesigen Medikamenten unterschieden, könnten Hilfs- und Zusatzstoffe in den jeweiligen Ländern unterschiedlich sein. Für Menschen mit Allergien habe dies mitunter schwerwiegende Folgen.
Das DGK warnt insbesondere davor, sich erst am tropischen Reiseziel mit einem Malariamittel zu versorgen. Viele dieser Medikamente in Asien und Afrika böten keinen sicheren Schutz. (gesundheitspilot.de 17.06.03)  

Weitere FSME-Risikogebiete in Süddeutschland

In den letzten zehn Jahren wurden in Deutschland jährlich etwa 100 bis 300 auf ein Endemiegebiet beschränkte symptomatische FSME-Virus-Infektionen registriert - 90 bis 95 Prozent davon in Bayern und Baden-Württemberg. Bislang gilt allerdings nur etwa die halbe Fläche Bayerns als FSME-Risikogebiet. 2002 wurden vier weitere Landkreise des Freistaates dieser Kategorie zugeordnet.

Wie ein Risikogebiet definiert wird, erläuterte Professor Jochen Süß vom Nationalen Referenzlabor für durch Zecken übertragene Krankheiten (NRL-ZüK) am Bundesinstitut für Risikobewertung Berlin (BfR): Ein Landkreis gilt bislang dann als Risikogebiet, wenn dort innerhalb eines Jahres mindestens zwei oder innerhalb von fünf Jahren mindestens fünf gesicherte FSME-Virus-Infektionen aufgetreten sind. Das sagte Süß auf einer Pressekonferenz des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (BLGL) in Oberschleißheim bei München.Gemäß dieser Definition wurden 2002 die Landkreise Amberg, Aschaffenburg, Coburg und Neumarkt neu in die Bayerische Risikogebietskarte aufgenommen. Wahrscheinlich finden sich aber auch in den meisten noch weißen Flecken auf Bayerns FSME-Landkarte ebenfalls virustragende Zecken. Früher oder später werde wohl der komplette Freistaat so wie schon jetzt ganz Baden-Württemberg zum Risikogebiet erklärt werden müssen, so Süß.

FSME-Virus-Infektionen beim Menschen - auch wenn sie stumm verlaufen und nur per Zufall labormedizinisch entdeckt werden - sind seit 2001 nach dem neuen Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, sagte Dr. Wolfgang Hautmann vom BLGL. Nach den aktuellsten verfügbaren epidemiologischen Daten zur FSME in Bayern wurden im Jahr 2002 83 Infektionen gemeldet, von denen vier asymptomatisch waren. Von den 79 symptomatisch Erkrankten entwickelten 36 eine manifeste Meningitis ohne oder mit Enzephalitis. Dominierende Altersgruppen bei den klinisch Erkrankten waren die 30- bis 39-Jährigen und die 40- bis 49-Jährigen mit 17 beziehungsweise 16 Betroffenen. Entgegen der verbreiteten Ansicht, Kinder seien auch ohne Impfung weitgehend vor symptomatischen FSME-Virus-Infektionen geschützt, finden sich in der bayerischen Meldestatistik 2002 elf Betroffene unter zehn Jahren. Bei neun von ihnen verlief die Erkrankung schwer mit Meningitis oder Meningoenzephalitis.

Geordnet nach Regierungsbezirken trat 2002 die höchste FSME-Inzidenz mit über 1,6 Betroffenen pro 100 000 Einwohner in der Oberpfalz auf, so Hautmann weiter. Platz zwei der bayerischen Inzidenzrangliste belegte Oberfranken mit einer Häufigkeit von 1/100 000.(Ärzte Zeitung, 06.05.2003)

Fernreisende sind schlecht zu Tollwut informiert

Jeder dritte Reisende sieht für sich keine Gefahren / Hohes Risiko in Brasilien, Indien und Thailand 

Gäbe es einen Impfstoff gegen SARS, würden Fernreisende sich derzeit wahrscheinlich darum reißen. Die Gefährdung durch andere schwere Infektionskrankheiten wird hingegen oft ignoriert. Tollwut, zum Beispiel, verläuft zu 100 Prozent letal. Trotzdem sind 95 Prozent der Fernreisenden nicht dagegen geimpft.

Das hat eine Umfrage des European Travel and Health Advisory Board bei Fernreisenden unter anderem am Münchner Flughafen ergeben. Nur 60 Prozent hatten sich überhaupt über Gesundheitsrisiken am Urlaubsziel informiert, berichtete Dr. Christian Schönfeld aus Berlin bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Chiron Behring beim Internistenkongreß in Wiesbaden. Als Begründung, warum eine Tollwut-Impfung nicht in Anspruch genommen wurde, nannten 37 Prozent: "Für mich besteht kein Risiko", 24 Prozent: "Es ist nicht wichtig". Eine "alarmierende Fehleinschätzung", findet der Tropenmediziner: Weltweit sterben jährlich 60 000 Menschen an Tollwut, 80 Prozent in Asien, die Hälfte Kinder oder Jugendliche unter 15 Jahren. "Es vergeht eigentlich kein Tag in unserem Institut, an dem nicht ein Tropenreisender zurückkehrt, der von einem Hund gebissen wurde", so Schönfeld. Hunde seien in über 90 Prozent die Ansteckungsquelle.

Beliebte Reiseziele wie Brasilien, Indien und Thailand zählen zu den Hochrisikogebieten. Ob man sich für eine Impfung entscheidet, sollte nach Schönfelds Ansicht nicht nur davon abhängig gemacht werden, ob jemand etwa länger als einen Monat oder mit dem Rucksack unterwegs ist. Entscheidend sei die medizinische Infrastruktur: "In vielen Ländern ist die postexpositionelle Therapie gar nicht oder nur für viel Geld und mit erheblichem Zeitverzug erhältlich." Das kann fatal sein: Hat das Rabiesvirus das ZNS erreicht, ist der tödliche Ausgang programmiert. Schönfeld: "Das Entscheidende ist, daß Sie schneller sind als das Virus." 

Bei möglicher Infektion sofort handeln!

Gegen Tollwut wird dreimal an den Tagen 0, 7, 21 geimpft. Eine Auffrischung ist je nach Risiko alle zwei bis fünf Jahre nötig. Bei Verletzungen mit tollwutverdächtigen Tieren rät Dr. Christian Schönfeld aus Berlin, sofort die Wunde mit starker Seifenlösung zu reinigen und mit Tollwut-Hyperimmunglobulin zu umspritzen sowie Hyperimmunglobulin i.m. und fünf Dosen Impfstoff zu spritzen. (Ärzte Zeitung, 30.04.2003)

Verzicht aufs Getränk schützt vor Durchfall

Um Keimen in Nahrungsmitteln keine Chance zu geben, sollten Touristen in den Tropen zum Essen möglichst nichts trinken, rät der Tropenmediziner Dr. Peter Döller von der Universitätsklinik Tübingen. Denn die Erreger von Reisediarrhoe, die nach dem Kochen, Braten oder Schälen noch übrig sind, würden durch konzentrierte Magensäure getötet.Ist die Säure durch eine getrunkene Flüssigkeit stark verdünnt, überleben mehr Erreger wie Shigellen oder Salmonellen; die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion und Montezumas Rache steigt. (Ärzte-Ztg. 15.01.03)  

Kompletter Impfschutz ist für kleine Tropenreisende ein Muß

Tollwut-Impfung ist für Kinder ab zwei Jahren nötig /  Malaria-Chemoprophylaxe auch für Säuglinge möglich, wenn diese unbedingt mit sollen

2,76 Millionen Fernreisen (ohne Nordamerika und das Mittelmeer-Gebiet) haben Deutsche im Jahr 2001 gemacht. Acht Prozent der Reisenden haben ihre Kinder mitgenommen. Mindestens etwa 220 000 Kinder sind also in den Tropen und Subtropen gewesen.Diese Zahlen hat der Tropenmediziner Dr. Klaus-J. Volkmer aus Düsseldorf beim Forum "Reisen und Gesundheit" während der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin zitiert.Reisemediziner sollten versuchen, es Eltern auszureden, mit kleinen Kindern Urlaub in den Tropen, vor allem in Malaria-Risikogebiete, zu machen. Darin waren sich die Tropenmediziner einig. Wenn Eltern aber uneinsichtig sind, oder wenn es sich um einen Langzeitaufenthalt handelt, dann gilt es, einiges zu beachten."Reisende Kinder über zwei Jahren sollten einen kompletten Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Keuchhusten, Infektionen mit Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B sowie Masern, Mumps und Röteln besitzen", sagte der Pädiater Dr. Ralf Bialek aus Tübingen. Eine Hepatitis A sei kein Problem, sie verlaufe bei Kindern unter sechs Jahren wie ein "Schnupfen der Leber".

Wichtig für Kinder, die mit ihren Eltern für längere Zeit in ein tropisches Land ziehen, ist aber die Tollwut-Impfung. Kinder sind klein, ihr Gesicht ist auf der Höhe von Hundeschnauzen. Deshalb werden sie besonders häufig im Gesicht gebissen. Und je näher die Bißstelle am ZNS ist, desto kürzer ist die Inkubationszeit. Bialek rät deshalb unbedingt zur präexpositionellen Tollwut-Impfung für Kinder. "Aber erst ab dem zweiten Lebensjahr, wenn die Kinder beginnen, ihre Umgebung zu erkunden."Malaria ist bei Kindern ein besonderes Problem. Bei ihnen verlaufe die Erkrankung anders als bei Erwachsenen und werde deshalb oft nicht schnell genug erkannt, sagte Professor Gerd-D. Burchardt aus Hamburg. Symptome wie Hypoglykämie, Krämpfe, Husten und Dyspnoe sind bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen. Außerdem bekommen sie schneller eine zerebrale Malaria, und bei zehn bis 20 Prozent bleiben neurologische Störungen zurück.Zur Chemoprophylaxe sind dieselben Mittel geeignet wie für Erwachsene.(Ärzte Zeitung, 10.03.2003)

FSME-Impfung für Reisende nach Osteuropa

Meningoenzephalitis breitet sich aus /  In Tschechien über 400 Erkrankungen pro Jahr. Der Trend zu naturnahen Urlauben steigt. Viele osteuropäische Länder haben den Markt entdeckt. Doch wer zum Angeln an die Masurische Seenplatte oder zum Wandern nach Tschechien will, sollte an einen Impfschutz vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) denken.

Viele dieser Urlaubsregionen gelten als Hochrisikogebiete für die von Zecken übertragene neurologische Virusinfektion, so Professor Adolf Windorfer vom Landesgesundheitsamt Niedersachsen auf einem Pressegespräch des Unternehmens Chiron Behring. Während etwa 2001 in Deutschland 254 FSME-Erkrankungen - davon 108 allein in Bayern - gemeldet worden waren, wurden im gleichen Jahr in Tschechien 411 FSME-Infektionen registriert. Im Jahr 2002 lagen für Tschechien bis September 496 Meldungen vor.

Auch der Süden Skandinaviens ist nicht frei von FSMEÄhnlich wie in Tschechien ist die Situation in der Slowakei, in Teilen Polens, etwa in der Masurischen Seenplatte, in Slowenien, im nördlichen Kroatien und im Baltikum einzuschätzen, so Windorfer.Zunehmend rücken neben den FSME-Endemiegebieten in Österreich, Süddeutschland und Elsaß auch die Schweiz und Südskandinavien ins Visier der Epidemiologen. 2001 wurden in der Schweiz 115 Erkrankungen registriert. Nach skandinavischen Untersuchungen gehören auch die Südostküste Schwedens mit der Insel Gotland und die Gegend um Turku zu den Risikogebieten.Bei einer Reise in ein FSME-Gebiet im Ausland, wird die Schutzimpfung privat berechnet. Viele Kassen wenden diese Regelung auch innerhalb Deutschlands auf Personen an, die in FSME-freien Gebieten leben und sich nur während des Urlaubs in einem Risiko-Gebiet aufhalten.(Ärzte Zeitung, 06.03.2003)  

Zeckenalarm in Tschechien: Erkrankungen gestiegen

Die Zahl der Erkrankungen nach Zeckenbissen ist in Tschechien im laufenden Jahr im Vergleich zu 2001 stark gestiegen. Das berichtete die Prager Zeitung "Lidove noviny" (Montag). In den vergangenen neun Monaten hätten die Behörden bereits 496 Fälle (2001: 411) von Hirnhautentzündung und 2464 Fälle (2001: 2225) von Borreliose registriert, sagte der Sprecher des Gesundheitsamtes in Prag, Cestmir Benes. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Tschechien eine landesweite Schutzimpfung einführe. Zu den "Risiko-Regionen" zählen nach Angaben der Zeitung der Böhmerwald entlang der bayerischen Grenze sowie das Gebiet um Decin an der Grenze zu Sachsen. Grund für den starken Anstieg sei nach Ansicht von Experten der globale Klimawandel, hieß es. Von dem "Treibhauseffekt" profitierten zahlreiche Krankheitserreger. Die Zahl der Überträger werde zwar häufig durch harte Winter begrenzt. Werden diese aber milder, könnten sich Mücken und Zecken stärker vermehren und Krankheiten verbreiten. (netdoktor.de 21.10.02)  

Empfehlungen zur Malariaprophylaxe sind jetzt einfacher

Die Malaria-Beratung ist einfacher geworden. Denn die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) in München hat ihre Empfehlungen gestrafft.

Bestimmte Präparate-Kombinationen sind ganz aus den Empfehlungen herausgenommen worden und z.T. durch neuere Mittel ersezt worden. Ausgewählte Kombinationen gibt es noch für Gebiete mit hochgradigen Resistenzen gegen herkömmliche EinzelpräparateGrenzgebiete (dazu gehören die thailändischen Provinzen Trat und Tak) sowie bei Extremreisen in die thailändischen  zu Myanmar, Laos und Kambodscha. Außerdem ist die Kombination eine Alternative bei Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen gegen ein Monopräparat, für Last-minute- und Kurzzeit-Reisende sowie für HIV-Patienten, die in Malaria-Risikogebiete fahren.Ähnlich sieht es nach den neuen DTG-Empfehlungen bei der Stand-by-Therapie aus: Hier kann Tropenreisenden statt dem herkömmlichen Monopräparat ebenfalls ein neues Kombinationsmittel  mitgegeben werden. Die Mittel könnten gleichwertig ersetzt werden, so die DTG. Hier gelten die gleichen Ausnahmen wie bei der Prophylaxe. (Hinweis: Da es sich um verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt, dürfen sie nicht namentlich genannt werden. Informieren Sie sich bitte bei Ihrem Arzt oder in Ihrer Apotheke über die neuen Richtlinien. (nach Ärzte Zeitung, 12.09.2002

Ärzte warnen vor Hepatitis

Wer in Regionen reist, die etwa im Vergleich zu Europa deutlich geringere Hygienestandards haben, sollte sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen. Das empfiehlt die Zeitschrift "Ärztliche Praxis".

München - Gefährdet seien Urlauber etwa in weiten Teilen Afrikas, in Indien und in anderen tropischen und subtropischen Regionen, schreibt die Zeitschrift unter Berufung auf die Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut in Berlin.

Während bei Hepatitis A zumeist keine Dauerschäden zu befürchten sind, kann Hepatitis B, das etwa durch ungeschützten Sex übertragen wird, zu Leberzirrhosen oder Leberkrebs führen.

Wegen der relativ langen Inkubationszeit des Hepatitis-A-Virus von zwei bis sechs Wochen sei eine Impfung selbst kurz vor Abreise noch möglich, so die Zeitschrift. Gegen Hepatitis B müsse dagegen frühzeitig vorgebeugt werden. Die Grundimmunisierung bestehe aus drei Injektionen im Laufe eines halben Jahres, die alle zehn Jahre aufzufrischen seien. Die Impfungen nimmt in der Regel jeder Hausarzt vor. (SPIEGEL ONLINE - 24. Juni 2002)

Dengue-Fieber bei Thailand-Touristen immer häufiger

Das Dengue-Fieber breitet sich in Südostasien immer mehr aus, und in diesem Jahr hat die Saison auch besonders früh begonnen. So sollte zum Beispiel mit Thailand-Touristen vor der Reise über dieses Problem gesprochen werden.Risikogebiet sei vor allem der Süden des Landes mit der Hauptstadt Bangkok, so das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf in seinem neuen Infodienst (9, 2002, 17). Bereits jetzt sei ein deutlicher Anstieg von Infektionen bei deutschen Touristen gemeldet worden, die sich in Süd-Thailand aufgehalten hatten. Innerhalb von zehn Tagen im April ist Dengue-Fieber bei 14 Deutschen diagnostiziert worden. Mit Beginn der Regenzeit im Mai müsse mit einem weiteren Anstieg der Inzidenzen gerechnet werden, so das CRM.

Zur Prophylaxe gegen die von tag- und nachtaktiven Moskitos übertragenen Viren hilft nur guter Mückenschutz. (Ärzte Zeitung, 14.05.2002)

Gefährlich: Kleinkinder nicht in die Tropen mitnehmen

Wer dem Winter mit einer Reise in die Tropen entfliehen will, sollte kleine Kinder besser zu Hause lassen. Solche Fernreisen seien für Kleinkinder generell zu riskant, warnt die in München erscheinende Zeitschrift "Ärztliche Praxis" unter Berufung auf Tropenmediziner. Gefährlich seien vor allem verschmutztes Wasser und Infektionen sowie eine Austrocknung durch die große Hitze. So werde der Flüssigkeitsbedarf von Kleinkindern in den Tropen oft nicht ausreichend gedeckt. Auch erkrankten sie dort oft an Durchfall, heißt es weiter. Zudem sei die intensive Sonneneinstrahlung für die Kinder gefährlich. In vielen Gebieten Afrikas, Lateinamerikas und Asiens drohten zudem Malaria, Pneumokokken, Polio oder die Grippe. (netdoktor.de 29.01.02)

Mückenschutz auf Kuba

Dengue-Fieber-Inzidenzen im ganzen Land gestiegen

Mit Kuba-Reisenden sollte über die Gefahr des Dengue-Fiebers gesprochen werden. Denn im ganzen Land seien die Inzidenzen gestiegen, berichtet das Düsseldorfer Centrum für Reisemedizin (CRM). Auch die Hauptstadt Havanna sei betroffen.

Maßnahmen zur Mücken-Kontrolle seien zwar bereits eingeleitet. Dennoch empfiehlt das CRM Kuba-Touristen, auf strikten Mückenschutz zu achten. Denn das Dengue-Virus wird von tag- und nachtaktiven Stechmücken übertragen.

Dengue-Fieber ist auch auf den Philippinen und in Thailand ein Problem. Gerade Thailand habe im vergangenen Jahr zu den von der Erkrankungswelle am stärksten betroffenen Ländern gehört, so das CRM in seinem neuen Infodienst (1, 2002). Auch in diesem Jahr sei ab Mai/Juni mit einer Eskalation zu rechen.(Ärzte Zeitung, 21.01.2002)

Malaria tropica: Oftmals von Reisenden unterschätzt

Jährlich verreisen 21 Millionen Deutsche in Malariagebiete, oftmals ohne ausreichenden Schutz. Etwa 1,5 Millionen aller Reisenden werden im Urlaub oder sofort nach der Rückkehr krank oder kommen mit gefährlichen Infektionskrankheiten zurück. Malaria tropica kann tödlich enden, ohne direkten physischen Kontakt ist die Ansteckungsgefahr allerdings gering. Als hauptsächliche Malariarisikogebiete nennt Nikolaus Frühwein, Präsident der Bayerischen Gesellschaft für Immun- und Tropenmedizin drei brasilianische Provinzen, die afrikanischen (Sub-)Tropen, den indischen Subkontinent, Papua-Neuguinea und die Solomon-Inseln in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung. Wer in diese Gebiete reist, sollte sich auf jeden Fall impfen lassen. Andere Reiseziele bedürfen einer individuellen Risikobetrachtung. Seit Frühjahr sind zwei neue Malariamedikamente auf dem Markt (Malarone und Riamet), die allerdings sehr teuer sind. Das Münchner "Forum Reisen und Medizin e.V." will nun verstärkt aufklären. (Netdoktor.de 02.10.01)

Vorsorgen statt krank heimkommen

Fast tausend Deutsche erkranken jedes Jahr im Urlaub an Malaria. Aber auch wegen anderer gefährlicher Tropenkrankheiten ist dringend geraten, sich rechtzeitig vor einer Reise über Impfvorschriften und Empfehlungen zu erkundigen.

Der ADAC empfiehlt, mindestens sechs Wochen vor einer Fernreise einen Tropenarzt aufzusuchen und sich einen Impfplan zusammenstellen zu lassen. Ein ausreichender Schutz vor Malaria, Hepatitis oder Typhus ist oft erst Wochen nach Beginn der Prophylaxe oder einer Impfung gewährleistet.

Für viele Krankheiten gibt es keinen Impfschutz. Gegen Malaria etwa können sich Reisende nur durch eine Prophylaxe schützen. Mückenschutz ist im Urlaub deshalb unverzichtbar. Manchmal reicht ein Stich, um sich zu infizieren. Auch die Impfung gegen Cholera bietet keinen ausreichenden Schutz und kann zu Nebenwirkungen führen, trotzdem ist sie in wenigen Ländern immer noch Pflicht.

Der ADAC weist darauf hin, dass die Einreise verweigert werden kann, wenn die vorgeschriebenen Impfungen fehlen. Allerdings wird häufig übersehen, dass sich etwa die Verpflichtung zur Gelbfieberimpfung in vielen Teilen der Welt nur auf die Einreise aus einem Epidemiegebiet bezieht, nicht auf Direktflüge aus Deutschland.

Auch nach Rückkehr von der Reise ist die Vorsorge nicht unbedingt auf. Malaria-Tabletten müssen zum Beispiel noch vier Wochen nach dem Urlaub eingenommen werden. Bei Fieber oder anderen Symptomen sollte sofort der Hausarzt aufgesucht werden. (SPIEGEL ONLINE - 02. Oktober 2001  

Malaria-Risiko - Rekordzahlen im Norden Namibias

Namibia ist ein beliebtes Fernreiseziel für Deutsche. Wer dort auch in den Norden fährt, braucht unbedingt eine Chemoprophylaxe gegen Malaria. Denn hier haben die Infektionszahlen einen neuen Rekord erreicht.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind verglichen mit dem gleichen Vorjahres-Zeitraum um 32 Prozent mehr Malaria-tropica-Infektionen (genau: 177 613 Erkrankungen) registriert worden, so das Düsseldorfer Centrum für Reisemedizin in seinem neuen Infodienst. 608 Patienten sind gestorben, das bedeutet einen Anstieg sogar um 70 Prozent bei den Todesfällen.

Betroffen sind Gebiete im Norden. Die deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit empfiehlt wegen des hohen ganzjährigen Risikos im Cubango-Tal, im Kunene-Tal und im Caprivi-Streifen die Prophylaxe mit Mefloquin.

Hohes Risiko besteht auch von November bis Juni in den Regionen Otjozondjuba und Omaheke. Auch dann wird die Mefloquin-Prophylaxe empfohlen.(Ärzte Zeitung, 15.10.2001

FSME-Viren sind weiter verbreitet als bisher angenommen worden ist

Studien: Erreger kommen in Baden-Württemberg nahezu flächendeckend vor

Die Karte der deutschen Risikogebiete für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) spiegelt offenbar die tatsächliche Gefahr für Infektionen nicht ausreichend wider. So haben jetzt Studien in Baden-Württemberg ergeben, daß auch in bisher unauffälligen Landkreisen Zecken in hohem Maße mit Viren befallen sind. Experten sprechen sich daher dafür aus, ganz Süddeutschland als FSME-Risikoregion einzustufen und dort überall die Impfung zu empfehlen.

FSME-Risikoregionen werden bisher nach den dort gemeldeten Erkrankungen definiert, wobei ein Landkreis mit fünf Erkrankungen und mehr binnen fünf Jahren als Risikogebiet und mit mindestens 25 Erkrankungen in fünf Jahren als Hochrisiko-Gebiet eingestuft wird. Nach dieser Methode, die auf freiwilligen Meldungen basiert, finden sich in Baden-Württemberg Hochrisiko-Gebiete im äußersten Westen wie der Ortenaukreis oder der Stadtkreis Freiburg und FSME-freie Regionen im Osten wie etwa Schwäbisch Hall.

Geben diese Risikogebiete jedoch die tatsächlichen Infektionsrisiken wieder? Um diese Frage zu klären, haben Professor Peter Kimmig und seine Kollegen vom Landesgesundheitsamt in Stuttgart etwa 10 000 Zecken aus allen Teilen Baden-Württembergs mit Polymerasekettenreaktion auf FSME-Viren und fast 5000 Blutseren von Waldarbeitern auf FSME-Virus-Antikörper untersucht. "Dafür wurden 80 Prozent der Forstbediensteten des Landes zur Ader gelassen", hat Kimmig bei einer FSME-Fachtagung des Unternehmens Chiron Behring in Siena in Italien berichtet.

Nach den Ergebnissen kommen FSME-Viren praktisch flächendeckend in ganz Baden-Württemberg vor. "Bisher war man zudem davon ausgegangen, daß selbst in Hochrisiko-Gebieten nur jede 1000ste Zecke infektiös ist", so Kimmig: "Nach unseren Studien sind aber mindestens zehnmal so viele Zecken befallen." So seien etwa im Raum Freiburg oder im Elz- und Kinzigtal die Viren in mindestens einem Prozent der Zecken nachgewiesen worden, ebenso in den Landkreisen Ludwigsburg oder Bodenseekreis, die bisher nicht als Hochrisiko-Gebiete gelten. Aber auch in Kreisen, die bisher als FSME-frei galten, wurden Befallsraten von 0,3 bis 0,8 Prozent gefunden.

Von den Forstarbeitern hatten im Mittel sieben Prozent Antikörper gegen das FSME-Virus, wie der Epidemiologe weiter berichtet hat. Überdurchschnittlich hohe Prävalenzen wurden dabei nicht nur in den Hochrisiko-Gebieten gefunden sondern zum Beispiel auch im Kreis Schwäbisch-Hall, der bisher als FSME-frei galt oder in den Kreisen Ludwigsburg oder Bodensee, die nur als Risikogebiete eingestuft wurden.

Eine strikte Trennung in Risiko- und Nichtrisiko-Gebiete ist in Baden-Württemberg also nicht mehr möglich, betonte Kimmig. Auch in Bayern sei wahrscheinlich von einer flächendeckenden Verbreitung von FSME-befallenen Zecken auszugehen. Er setzt sich daher dafür ein, daß die FSME-Impfung "generell allen Personen in Süddeutschland empfohlen wird, die sich in der Freizeit oder beruflich häufiger in Zeckenbiotopen aufhalten." (Ärzte Zeitung, 16.10.2001)  

Rußland-Reisende müssen sich vor Hepatitis schützen

DÜSSELDORF (ug). Die Inzidenz fast aller Formen der Virushepatitis hat in Rußland in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Deshalb rät das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf dringend allen Rußland-Reisenden, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen und gründlich alle Hygiene-Regeln zu befolgen.

Seit 1995 ist die Hepatitis-C-Morbidität um das Siebenfache gestiegen. Mit 19,3 Fällen auf 100 000 Einwohner liegt Rußland weltweit an der Spitze, so das CRM, das sich auf eine Statistik der "International Society for Infectious Disease" beruft. Im selben Zeitraum hat sich allein in Moskau die Zahl der HBV-Infizierten verdoppelt. 80 Prozent der Infizierten sind zwischen 15 und 29 Jahren alt. HCV und HBV werden vor allem durch sexuellen Kontakt übertragen. Auch Hepatitis A ist ein großes Problem. Immer wieder gibt es lokale Ausbrüche. Hauptinfektionsquelle ist kontaminiertes Trinkwasser. (Ärzte Zeitung, 22.01.2001)

Wer fliegt, sollte viel Wasser trinken

Sogar First-Class-Passagiere und Piloten können bei Flügen Thrombosen bekommen

NEU-ISENBURG (ug). Während eines Fluges viel Wasser zu trinken, allerdings keinen Alkohol - das ist die allerbeste Prophylaxe gegen das zur Zeit so viel diskutierte Touristenklasse-Syndrom, haben japanische Forscher in einer Studie herausgefunden.

Denn viel Flüssigkeit reduziert das Risiko, daß der Blutdruck sinkt, und das bannt die Gefahr einer Thrombose. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die an der Saitama Medical School in Moroyama gemacht worden ist (New Scientist, 2273, 2001, 7).

Die Japaner haben viel Erfahrung mit dem Touristenklasse-Syndrom. Seit Jahren wird am internationalen Flughafen in Tokio, den jährlich 20 Millionen Fluggäste passieren, eine Statistik geführt - anders als etwa in London-Heathrow, dem größten Flughafen der Welt. Von den Passagieren, die in den letzten acht Jahren in Tokio gelandet sind, sind 25 nach dem Flug an Folgen einer Thrombose gestorben, so Toshiro Makino, Leiter der Flughafenklinik. Jährlich behandeln die Ärzte dieser Klinik 100 bis 150 Passagiere mit Thrombosen. Die meisten sind im mittleren Alter oder älter. Das Durchschnittsalter der Patienten, die gestorben sind, ist 64 Jahre.

Nur etwa 70 dieser Patienten seien in der Touristenklasse geflogen, fügt Makino hinzu. 25 Prozent waren Business-Class-, und fünf Prozent sogar First-Class-Passagiere. Selbst ein Pilot ist nach einem Flug aus den USA wegen einer Thrombose kollabiert. (Ärzte Zeitung, 22.01.2001)

Malariamücken im Flugzeug

PARIS (ug). Wie groß ist das Risiko einer Flughafen-Malaria? Um das zu untersuchen, haben französische Forscher alle 42 Flugzeuge, die im August und im September 2000 aus tropischen Ländern Afrikas auf dem Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle angekommen sind, nach Mücken abgesucht (Lancet, 357, 9251). Dazu sind Said Karch vom Service des Démoustication in Aulnay sous Bois und seine ollegen durch Passagierkabinen und Frachträume gekrochen, haben Kofferablagen und Gepäckcontainer abgesucht und die Mücken mit der Hand gefangen.

Fünf haben sie erwischt: zwei Anopheles-Mücken - eine ganz vollgesogen mit Blut, sie muß also während des Fluges einen Passagier gestochen haben - und drei Culex-Mücken. Keins der Insekten ist mit Krankheitserregern infiziert gewesen.

Aber, so die Forscher, alle Mücken hätten den langen Flug überlebt. Da drei von 100 weiblichen Anopheles-Mücken in Afrika mit dem Erreger der Malaria tropica infiziert sind, sei die Gefahr der Flughafen-Malaria durchaus realistisch. Sie fordern, sicherheitshalber alle Flugzeuge zu desinfizieren. (Ärzte Zeitung, 23.01.2001)

Durchfall bei Kindern: Viel trinken lassen

Erkranken Kinder an akutem Durchfall, sollte der Stuhlgang nicht mit Medikamenten gestoppt werden. Die so genannten Motilitätshemmer können das Krankheitsbild verschleiern, warnt die vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) herausgegebene Zeitschrift «Allergie konkret» (Ausgabe 04/2000). Wichtigste Form der Therapie sei eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten durch in Apotheken erhältliche so genannte Elektrolyt-Lösungen oder durch Tee oder Mineralwasser ohne Kohlensäure, so die Zeitschrift. Ungeeignet sei dagegen Cola. Durch das darin enthaltene Coffein werde dem Körper eher Wasser entzogen und der Flüssigkeitsmangel verschlimmert. Kann der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden, muss in der Regel ein akuter Durchfall nicht von einem Arzt behandelt werden, berichtet «Allergie konkret» weiter. Bei kleinen Kindern und Säuglingen kann ein Mangel an Flüssigkeit jedoch sehr schnell lebensbedrohlich werden. Je kleiner ein Kind und je heftiger der Durchfall, desto eher sollte ein Arzt den Flüssigkeitszustand beurteilen, rät die Zeitschrift. (pd

Höheres Krebsrisiko bei Vielfliegern

US-Wissenschaftler ermittelten bei einer Untersuchung an 6000 Flugbegelitern, Piloten und Vielfliegern ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko, wie die „Bild“ berichtet. Bei Frauen ist demnach das Brustkrebsrisiko um 30 Prozent höher, bei Männern die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, doppelt so hoch. Auslöser ist die 300 mal höhere Strahlungsintensität auf Reiseflughöhe. (bs) (netdoktor

)

Verbraucherzentrale: Vor Reisen über BSE informieren

Berlin (dpa) - Die Sorge vor Gesundheitsgefahren durch Rindfleisch begleitet viele Menschen in Deutschland auch in den Urlaub. Vor Beginn der Ferien-Saison raten Experten daher zu rechtzeitiger Information schon im Reisebüro. Eine Zurückhaltung von Passagieren wegen der BSE-Krise spürt etwa die auf Speisen und Getränke für Fluggäste spezialisierte Lufthansa-Marke LSG Sky Chefs. Für Flüge aus Deutschland sei der Rindfleischeinkauf um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen, sagt eine Sprecherin. Für den Urlaub vor Ort rät Jutta Brekenfeld von der Rechtsabteilung der hessischen Verbraucherzentrale:"Urlauber sollten schon vor der Buchung nach der Verpflegung im Hotel und nach Wahlmöglichkeiten fragen". So machten es viele Vegetarier. Der Reisevertrag sei die Grundlage für alle Ansprüche. Bei Sorge vor BSE sei das Essen ein Auswahlkriterium für oder gegen ein Hotel wie die Lage oder die Sportanlagen. Ernährungs-Expertin Christiane Schäfer empfiehlt, auf jeden Fall auf Augen, Hirn und Innereien von Rindern, Schafen und Ziegen zu verzichten, die als Risikomaterial gelten. BSE-Fälle seien außerhalb der Europäischen Union zwar nicht bekannt. Möglicherweise belastetes Tiermehl sei aber in 100 Länder exportiert worden. (ol)
(Quelle:Netdoktor.de)

Arbeitsaufenthalt im Ausland - oft fährt die Angst mit

Reisemedizin auf der ITB

BERLIN (ine). Klima, Hygiene, Schutz vor Tropenkrankheiten - vor einer Urlaubsreise in ferne Länder gilt es einiges zu beachten. In die reisemedizinische Beratung kommen jedoch auch Menschen, die einen beruflichen Langzeitaufenthalt im Ausland vor sich haben. Dann sollte man mit ihnen nicht nur über den individuellen Impfplan, sondern auch über familiäre und psychische Probleme sprechen.

Das empfahl Dr. Eberhard Stockmann auf dem 2. Forum Reisen und Gesundheit während der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin. Wichtig sei es, auch Partner und Kinder des Dienstreisenden in die Beratung mit einzubeziehen, so der Leiter des Betriebsärztlichen Dienstes der Firma Siemens in Erlangen.

Während sich Kinder in den Tropen meist schnell und unproblematisch akklimatisierten, hätten Erwachsene im Ausland meist mehr Probleme. "Oft folgt auf die Euphorie Ernüchterung", sagt Stockmann. Das gewohnte Umfeld ändert sich, Sprach- und Kulturprobleme erschweren den Alltag. Auch das enge Zusammenleben mit Kollegen - etwa im Container auf Baustellen - kann zum Problem werden.

Hobbys zum Ausgleich seien in der Fremde ganz wichtig, sagt Stockmann. "Wir empfehlen immer, auch den Tennisschläger oder das Keyboard mitzunehmen." Symptome des Kulturschocks sind Angst, Depressionen, Suchtprobleme. "Bei Dienstreisenden kommt es dreimal häufiger zu psychologischen Funktionsstörungen als bei ihren daheimgebliebenen Kollegen", sagte Dr. Helmut Müller-Ortstein, Psychiater, Psychotherapeut und Arbeitsmediziner aus München. Allein schon das Reisen sei eine Belastung: der abrupte Klimawechsel, die Monotonie der Hotels, die Trennung von Familie und Freunden.(Ärzte Zeitung, 05.03.2001)  

"Achtung, Sonne!" gilt jetzt vor allem für Männer

Große Studie belegt: Aufklärungskampagnen der vergangenen zehn Jahre zum Melanom sind erfolgreich gewesen

GÖTTINGEN (jenn). Nach wie vor erkranken und sterben mehr Männer am Melanom als Frauen. Deshalb sollen sich Aufklärungskampagnen jetzt verstärkt an Männer richten. Dafür haben sich die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention ausgesprochen. Daß Aktionen wie "Achtung, Sonne!" nach wie vor nötig sind, bestätigen die Ergebnisse einer großen Melanom-Studie.

Die seit 1989 laufenden bisherigen Kampagnen sind erfolgreich gewesen: Melanome werden in einem früheren Stadium erkannt. Damit sind die Heilungschancen heute wesentlich größer als noch vor einigen Jahren. Durch die Aufklärungsarbeit ist das Bewußtsein für Melanome in der Öffentlichkeit sensibilisiert worden, denn obwohl die Melanom-Inzidenz gestiegen ist, ist die Zahl der zu spät diagnostizierten Hauttumoren mit einem Durchmesser von über 1,5 Millimeter und hohem Metastasierungsrisiko zurückgegangen.

Zu diesem Ergebnis kommen Dermatologen dreier Hautkliniken aus Göttingen, Münster-Handorf und Dresden-Friedrichstadt anhand der bisher umfangreichsten deutschen Untersuchung. Professor Klaus Kölmel von der Universitäts-Hautklinik Göttingen und seine Mitarbeiter haben bei 10 433 Melanom-Patienten die Überlebensraten ab der Primärtumorexzision aus dem Zeitraum 1972 bis 1996 retrospektiv analysiert (Der Hautarzt 52, 2001, 211).

Nach den ermittelten Daten erkranken heute mehr Männer an schwarzem Hautkrebs als noch vor zehn Jahren. Darüber hinaus haben Frauen mit Melanomen eine bessere Überlebenschance. Kölmel folgert daraus, die erfolgreichen Aufklärungskampagnen nicht nur fortzuführen und weiterhin zu verbessern. Der Göttinger Dermatologe hält außerdem wegen "der schlechteren Ausgangslage" speziell an Männer gerichtete Melanom-Präventionsmaßnahmen für gerechtfertigt.

Denn früh erkannt, haben die Patienten eine hohe Heilungschance, wie die Deutsche Krebshilfe mitteilt. Die jährliche Hautinspektion gehört bei Frauen ab dem 30., bei Männern ab dem 45. Lebensjahr zum Katalog der kostenlosen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung.  (Ärzte Zeitung, 05.04.2001)

Weitere Infos im Internet unter www.krebshilfe.de  

Mit den Kindern in den Tropenurlaub - worauf muß geachtet werden?

Tübinger Tropenmediziner gibt Ratschläge, was bei Reiseimpfungen zu beachten ist

Die Empfehlungen zu Reiseimpfungen und zur Malariaprophylaxe bei Kindern entsprechen im wesentlichen denen bei Erwachsenen. Dies hat Dr. Ralf Bialek aus Tübingen beim 4. Tübinger Tag der Reisemedizin berichtet. Die Impfungen sollten sich dabei an Art, Dauer und Ziel der Reise orientieren. Zusätzlich müssen Dosierungen und altersspezifische Zulassungsbeschränkungen berücksichtigt werden.

Natürlich sollten Impfungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) dem Alter entsprechend vorgenommen werden. Steht ein Reise an, müssen Impflücken geschlossen werden. Banale Infektionen mit einer Körpertemperatur bis 38,5 Grad Celsius seien ebensowenig Kontraindikationen für eine Impfung wie Krampfanfälle oder neurologische Erkrankungen in der Familienanamnese, so Bialek. Hat das Kind jedoch eine Epilepsie, müsse der Arzt das Impf-Risiko abschätzen und gegebenenfalls ein fiebersenkendes Mittel verordnen. Zu den einzelnen Impfungen rät Bialek:

Bestehe der Impfstoff aus einem reinen Polysaccharid wie beim Meningokokken-Meningitis- oder Typhus-Impfstoff, könne bei Kindern unter zwei Jahren der Impfschutz unsicher sein oder fehlen, erläuterte Bialek.

Aber auch andere Dinge müssen beachtet werden, wenn es mit den Kindern in die Tropen oder Subtropen gehen soll. So wird etwa das Risiko einer Tollwut-Infektion bei Kindern oft unterschätzt. Da Kleinkindern meist von Hunden im Nacken- und Kopfbereich gebissen werden, muß mit deutlich kürzeren Inkubationszeiten gerechnet werden, als bei Erwachsenen. Denn von dort hat das Virus einen viel kürzeren Weg zum ZNS, als bei Bißverletzungen an der Hand eines Erwachsenen.

Nach der Rückkehr sollten die Kinder auf Infektionen untersucht werden, wenn sie lange im Ausland waren. Dauerte der Urlaub nur vier Wochen, reicht es jedoch aus, nur bei Auftreten von Symptomen nach einer Tropenkrankheit zu suchen. Eine Routineuntersuchung sollte laut Bialek dann erfolgen, wenn Kinder aus Risiko-Gebieten adoptiert werden. Dazu gehören unter anderem die Anamnese mit Impfstatus und körperlicher Untersuchung, Hör- und Sehtests, sowie Untersuchungen auf HIV, Hepatitis, Mykobakteriosen, Parasiten- und Wurmerkrankungen. (Ärzte Zeitung, 17.04.2001)

Sonnenbrillen schützen empfindliche Kinderaugen

Marburg (dpa) - Grelle Sonne ist für Kinder ein Problem – ihre Augen reagieren besonders empfindlich auf verstärkte ultraviolette Strahlung. Folge können Entzündungen von Binde- und Hornhaut sein, auch Linse und Netzhaut sind gefährdet. Darauf weist der Informationsdienst "Das gesunde Kind" in Marburg hin. Eine Sonnenbrille ist für Kinder demnach besonders an südlichen Stränden aber auch im Gebirge bei Aktivitäten im Freien sinnvoll. Bei der Auswahl der Kinder-Sonnenbrille sei darauf zu achten, dass die Gläser Wellenlängen bis zu 380 Nanometer schlucken. Nur so sei eine 100-prozentige Schutzwirkung zu gewährleisten. Eine Brille, die nur über einfache dunkle Gläser verfüge, könne dagegen sogar gefährlich sein. Sie zwinge das Auge, die Pupille stärker zu öffnen und so noch mehr an schädlicher Strahlung einzulassen. Beim Kauf der Kindersonnenbrille ist zudem unbedingt auf das CE-Prüfzeichen zu achten. Auch eine Beratung durch einen Augenoptiker ist sinnvoll, so der Informationsdienst. In geschlossenen Räumen oder bei trüben Lichtverhältnissen sind Sonnenbrillen abzusetzen – auf Dauer könnten die Augen sonst blendungsempfindlicher werden.
(netdoktor.de 18.04.01)
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Was man Reisenden in Malariagebiete raten sollte

Neue Empfehlungen zur Malariaprophylaxe / Drei Mittel der Wahl zur Notfallmedikation

MÜNCHEN (ug). Nur noch für wenige Hochrisikogebiete muß Touristen eine Malaria-Chemoprophylaxe verschrieben werden, für alle anderen Malariaregionen reicht die Notfall-Selbstbehandlung. Das sind ganz neue Empfehlungen, die die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) in diesem Jahr ausgearbeitet hat.

Eine Chemo-Prophylaxe ist demnach erforderlich für Reisende auf die Salomoninseln, nach Papua-Neuguinea, Westafrika, Ostafrika, Indien und in drei Regionen Brasiliens, sagte Privatdozent Hans Dieter Nothdurft aus München, Vorsitzender des Ausschusses Malaria der DTG, auf dem 4. Kongreß Arbeits- und Reisemedizin in München (wir berichteten). Nach wie vor gelte natürlich: "Die Resistenzlage im Reisegebiet bestimmt, welche Medikamente in Frage kommen. Das muß man nachschauen."

Aber "eine hundertprozentige, allein selig machende Prophylaxe-Empfehlung" gebe es nicht. Schließlich seien viele individuelle Faktoren wie Kontraindikationen oder auch persönliche Abneigungen zu berücksichtigen. Das muß Touristen ganz klar gemacht werden. "Denn das wird als Unsicherheit empfunden - jeder Doktor sagt was anderes -, und das senkt die Compliance."

Auch andere Mißverständnisse müssen ausgeräumt werden. So glauben viele Touristen, daß sie keine Malaria bekommen können, wenn sie eine Chemoprophylaxe machen. Das sei natürlich falsch, so der Tropenmediziner. "Das Beste, was man erreichen kann, ist ein Schutz von etwa 95 Prozent."

Für alle, die in andere Malaria-Gebiete fahren wollen, reichen die "Schärfung des Risikobewußtseins" und eine Notfallmedikation. Hier ist Mefloquin Mittel das ersten Wahl. Mittel der zweiten Wahl ist die Kombination aus Atovaquon und Proguanil, derzeit nur zur Therapie zugelassen. In den nächsten Wochen wird sie aber auch zur Prophylaxe zugelassen. Und Mittel der dritten Wahl ist Doxycyclin, das zwar wirksam, aber zur Malariaprophylaxe nicht zugelassen ist. Das muß Reisenden gesagt werden.

Nicht zu vergessen ist natürlich eine gute Expositionsprophylaxe. "Untersuchungen haben ergeben, daß das Risiko einer Malaria durch Schutz vor Moskitostichen ganz erheblich, nämlich um den Faktor fünf bis zehn, reduziert werden kann", betonte Nothdurft.(Ärzte Zeitung, 20.04.2001)

Risiko für Reisethrombose auch nach Frakturen

Nach einer Thrombose oder einer Lungenembolie sollten die Patienten etwa sechs Wochen lang nicht fliegen

Reisethrombosen sind zwar selten, doch können sie bei Bus-, Bahn- oder Autofahrten genauso vorkommen wie auf Langstreckenflügen. Vorbeugend kann Risikopatienten niedermolekulares Heparin nützen.

Bei langem, unbeweglichen Sitzen kommt es durch das Abwinkeln der Beine in Hüfte und Sprunggelenk zu einem Blutstau, hat Dr. Franz-Josef Schingale aus Pommelsbrunn beim Kongreß für Infektionskrankheiten und Reisemedizin in Leipzig erläutert. Der venöse Rückstrom in den Beinen wird behindert, Flüssigkeit tritt in das Gewebe über und die Beine schwellen an. Das Lymphtransportsystem zum Herzen ist ebenfalls beeinträchtigt. Der verminderte Blutfluß kann zu Thrombose und in Folge zu Embolie führen, die sich auch noch 14 Tage nach Ende einer Reise manifestieren kann, so Schingale.

Besonders hohe Gefahr besteht nach einer Thrombophlebitis

Besonders gefährdet, an einem Economy-class-Syndrom zu erkranken, seien Reisende nach einer Thrombophlebitis, Phlebothrombose, mit postthrombotischen Syndrom und Beinulzera, sagte der Phlebologe. Erhöht ist das Risiko aber auch, wenn die Pille genommen und dabei geraucht wird, bei verödeten Krampfadern, nach Knochenbrüchen an den Beinen und bei Bettlägerigkeit vor der Reise.

Absolute Kontraindikation für einen Langstreckenflug sind stark ausgeprägte Krampfadern, etwa Stammvarikosis im Stadium IV. Nach einer Thrombose oder einer Lungenembolie sollten die Betroffenen etwa sechs Wochen lang nicht fliegen. Patienten mit Krampfadern oder Lymphödem in den Beinen sind prinzipiell flugtauglich, wenn sie einer Reisethrombose entsprechend vorbeugen, betonte Schingale.

Reisende mit Varizen sollten Kompressionsstrümpfe tragen

Der Arzt rät allen Reisenden, während eines Fluges die Schuhe auszuziehen, mit den Füßen zu kreisen, sich alle zwei Stunden zu strecken und die Sitzlehne nach hinten zu kippen. Genügend Flüssigkeitsaufnahme ist ein Muß. Da auch bei Venengesunden die Knöchel nach langen Flugreisen anschwellen, empfiehlt er ihnen Reisestrümpfe zu tragen. Das sind Kompressionsstrümpfe der Klasse I, die es auch für Kinder gibt.

Unbedingt Kompressionsstrümpfe tragen sollten Reisende mit Beinvarizen. Liegt ein Lymphödem der Beine vor, rät Schingale zu einer Kompressionsbandagierung.

Risikopatienten hilft zur Thrombose-Prophylaxe 200 bis 300 IE niedermolekulares Heparin einen Tag vor dem Flug und am Flugtag. Die Mittel sind für diese Indikation allerdings nicht zugelassen. Acetylsalicylsäure, die häufig zur Prophylaxe empfohlen wird, senkt das Risiko für Lungenembolien, sagte Schingale.

(Ärzte Zeitung, 16.05.2001)

Doof durch Jetlag?

Wer unentwegt von Kontinent zu Kontinent düst, zerstört möglicherweise viel mehr als nur den Schlafrhythmus.

Nicht enden wollender Jetlag, wie ihn Stewardessen, Piloten und andere Vielflieger durchleben, lässt das Gehirn schrumpfen und die Denkkraft schwinden. Dieses beunruhigende Ergebnis verkündet Kwangwook Cho von der University of Bristol in der neuesten Ausgabe von "Nature Neuroscience".

Der Gelehrte hat die Gehirne von 20 gesunden Stewardessen in einem Kernspintomografen vermessen und die Geisteskraft untersucht. Die Frauen, allesamt fünf Jahre im Dienst, flogen jeweils durch sieben Zeitzonen, hatten jedoch unterschiedlich lange Erholungsphasen. Während die eine Hälfte von ihnen die Fernreise nur alle 14 Tage oder seltener antrat, musste die andere bereits nach 5 Tagen wieder aufbrechen. Dieser Unterschied geriet den häufiger fliegenden Stewardessen in mehrfacher Hinsicht zum Nachteil: Einerseits waren ihre rechten Schläfenlappen, bezogen auf die jeweilige Gehirngröße, stets geringfügig kleiner. Zum anderen hatten sie im Speichel eine höhere Konzentration des körpereigenen Stresshormons Kortison, wie Cho feststellte.

Seit längerem ist bekannt, dass dieses Stresshormon einen Schwund im Denkorgan bewirken kann. Und drittens reagierten die Stewardessen bei Denktests langsamer als jene, die sich nach jedem Fernflug mindestens 14 Tage ausruhen durften. Deren "Erholungsphase vom Jetlag", resümiert Forscher Cho, sei ausreichend lang, um den Schwund im Kopf zu verhindern. (SPIEGEL ONLINE - 20. Mai 2001)

Jetlag: Tagesrhythmus vor dem Urlaubstrip umstellen

Um bei Flügen zwischen verschiedenen Kontinenten dem so genannten Jetlag vorzubeugen, sollten Reisende ihren Tagesrhythmus schon vor Reisebeginn umstellen. So sollten etwa vor einem USA-Flug alle wichtigen Termine wie Mahlzeiten, Einschlafen und Aufstehen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, empfiehlt die in Weinheim erscheinende Zeitschrift "Psychologie Heute" (Ausgabe Juli 2001). Gehe es in Richtung Osten, beispielsweise nach Australien, sollte alles auf einen früheren Zeitpunkt hin umgestellt werden. Die Veränderung sollte jedoch nicht mehr als eine Stunde pro Tag betragen. Hilfreich kann es laut der Zeitschrift auch sein, bereits im Flugzeug seine Uhr umzustellen und die Essens- und Schlafenszeiten an den Tagesrhythmus des Zielortes anzupassen. Bei der Ernährung sollte beachtet werden, dass leicht verdauliche, kohlehydratreiche Speisen den Schlaf fördern könnten, während eiweißreiche Nahrung eher wach halte. Für wenige Nächte könnten außerdem gezielt kurzwirksame Schlafmittel eingenommen werden. (netdoktor.de 12.06.01)
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WHO empfiehlt Impfung gegen Hepatitis-A für Reisen in alle Entwicklungsländer

Zum Thema Schutzimpfung gegen Hepatitis-A hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Richtlinien herausgegeben. Sie stehen im "Gelben Buch 2002". Das berichtet die Ärztezeitung in ihrer Online-Ausgabe.

In welches Entwicklungsland die nächste Reise auch gehen soll, die WHO empfiehlt allen Nicht-Immunen, sich auf jeden Fall impfen zu lassen. Auch die Dauer des Aufenthaltes sei unbedeutend, erklärt Robert Steffen während der 7. Konferenz der Internationalen Gesellschaft für Reisemedizin in Innsbruck.

"Ohne Ausnahme" gelte das für Lateinamerika, Afrika, die Karibik und Asien mit Ausnahme von Japan und Singapur. Osteuopäische Länder wie Russland, die Ukraine, Weißrussland, Rumänien, Bulgarien, Albanien und die Teile von Jugoslawien, in denen noch Krieg herrsche, seien ebenfalls Krisengebiete für Hepatitis-A und darum besser mit Impfung zu besuchen.

Anders als die Amerikaner empfehle die Gesellschaft für Reisemedizin aber die Impfung bislang nicht für Griechenland, Südeuropa, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Polen und Ungarn. (BDW
(BDW 01.06.01)  

Schiff ahoi: Hotline gibt Tipps gegen Seekrankheit

Pünktlich zur Urlaubszeit gibt die NRW-Landesregierung den Bürgern Tipps gegen die Seekrankheit. Obwohl die Beschwerden meist nach zwei bis vier Tagen verschwinden, sollten Menschen mit Magengeschwüren und Bluthochdruck vor einer Schiffsreise einen Arzt aufsuchen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Düsseldorf mit. Weitere Ratschläge zur Linderung der Übelkeit gibt es vom 1. bis zum 15. Juni unter der Rufnummer 0180/ 3100112 (18 Pf. pro Minute) oder im Internet unter "www.mfjfg.nrw.de". (netdoktor.de)

In faltbaren Urinalen wird Urin in Gel umgewandelt

Für inkontinente Frauen gibt es viele Hilfsmöglichkeiten, damit sie auf Reisen nicht verzichten müssen

Allein in den USA leiden etwa 30 Millionen Menschen an Inkontinenz, und weitere Millionen an anderen urogenitalen Störungen. Damit hätten diese peinlichen und sozial behindernden Krankheiten epidemische Ausmaße, meint der US-Mediziner, der bei einem Center for Continence and Pelvic Support arbeitet. Frauen, vor allem nach der Menopause, sind neunmal häufiger betroffen als Männer.

Inkontinente Frauen können für unterwegs nicht nur feuchte Tücher und Auflagen für Toiletten-Sitze mitnehmen, da gibt es noch viel mehr. Zum Beispiel spezielle Urinale, die sie etwa bei Plumsklos benutzen können, denn die stellen inkontinente ältere Frauen (oder auch ältere Menschen mit Hüftschäden) vor Probleme. Solche Urinale gibt es auch faltbar zum Wegwerfen. Andere Urinale haben einen Beutel, in dem der Urin dann in Gel umgewandelt wird - das ist hygienisch, riecht nicht und kann auch nicht verschüttet werden, einfach praktisch für unterwegs. Solche Hilfen gibt es in Sanitätshäusern und, meint Lobel, auch in manchen Outdoor-Geschäften.

Aber es gebe auch medizinische Hilfe, die schnell greift. Zum Beispiel die elektromagnetische Behandlung, die schon nach wenigen Wochen deutliche Besserung der Symptome bringt. Möglich ist auch die Elektroakupunktur. Und vor allem bei Dranginkontinenz gebe es gute medikamentöse Therapie, etwa mit Oxybutynin oder Tolterodin.(Ärzte Zeitung, 06.06.2001)  

Flugangst: Ministerium schaltet "heißen Draht"

Düsseldorf (dpa) - Rechtzeitig vor Beginn der Sommerferien schaltet das Düsseldorfer Gesundheitsministerium eine Telefon-Hotline zum Thema "Erfolgreich Flugangst bekämpfen". Mehr als ein Drittel aller Passagiere empfinde den "Traum vom Fliegen" als Albtraum, berichtete die Behörde am Freitag. Der heiße Draht zur Flugangst ist geschaltet vom 16. bis zum 30. Juni unter der Nummer (01 80) 3 10 01 12. Die Kosten betragen 18 Pfennig pro Minute. Das Ministerium gibt unter anderem folgende Verhaltenstipps, um das Unbehagen über den Wolken oder sogar Panik-Attacken mit Herzklopfen und Atemnot zu vermeiden: Flugbegleiter über die Angst informieren und nach Erklärungen für Auffälliges fragen. Atem- und Entspannungsübungen mindern, Kaffee und Alkohol steigern dagegen die Erregung. Lesen ist eine gute Ablenkung. "Flugangst ist kein unabänderliches Schicksal", so die Experten. Wichtig schon vor der Abreise: Rechtzeitig und ohne Hektik am Flughafen eintreffen. (netdoktor.de 16.06.01)
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Fernreisen: Mit Kleinkindern nicht in die Tropen
Kinder unter fünf Jahren sollten nach Einschätzung von Reisemedizinern nicht auf Fernreisen in tropische Länder mitgenommen werden. Für die Kleinen seien Ferienaufenthalte am Meer, auf dem Bauernhof oder in den Mittelgebirgen besser, sagte Eberhard Plassmann, Vorstand der Bayerischen Gesellschaft für Tropenmedizin, am Mittwoch in München. Jährlich vereisen laut Plasmann etwa 21 Millionen Deutsche für mindestens zwei Wochen in Gebiete mit gesundheitlichen Risiko, allein fünf Millionen davon in die Tropen oder Subtropen. 1,5 Millionen der Reisenden würden im Urlaub «nicht unerheblich» krank oder erkrankten unmittelbar nach der Rückkehr, erläuterte Plassmann. Die Tropenmediziner warnten erneut eindringlich vor der Malaria- Erkrankung in diesen Ländern. In Gebieten des tropischen Afrikas und Ozeaniens wie Papua Neu Guinea oder den Salomonen sei das Malaria- Infektionsrisiko mit der gefährlichen «Malaria tropica» am höchsten. Das Risiko in asiatischen oder lateinamerikanischen Ländern sei auf Grund von Schätzungen fünf bis 100 Mal kleiner. Nikolaus Frühwein, der Präsident der Tropenmediziner, wies auf den gut verträglichen Vorbeugeschutz gegen Malaria hin und betonte, jede Malaria-Erkrankung sei bei rechtzeitiger Behandlung heilbar. (netdoktor.de 20.09.01)

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